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IG BAU: Die tun etwas!

Unsere Termine (Stand 02.02.2017)



Februar 2017
13.02.2017, Sitzung Bezirksvorstand, IG BAU Büro Wiesbaden
23.02.2017, KV 1 Vorstandssitzung, IG BAU Büro Wiesbaden

März 2017 
03.03.2017, KV 2 Vorstandssitzung, IG BAU Büro Limburg,
06.03.2017, Sitzung Bezirksvorstand, IG BAU Büro Limburg
11.03.2017, Bezirksverbandstag, Stadthalle Idstein/Ts.
23.03.2017, KV 1 Vorstandsitzung, IG BAU Büro Wiesbaden

April 2017
06.04.2017, AK Senioren, Wanderung Kohlheck

Termine des DGB Wiesbaden-Rheingau-Taunus findet ihr unter:
http://frankfurt-rhein-main.dgb.de/sv-kv/wiesbaden-rheingau-taunus

Hessen: Warnstreik der Beschäftigten im Forst

Tarifrunde öffentlicher Dienst – Arbeitsniederlegungen am Mittwoch

BL!TZ-INFO
6. Februar 2017

Protest mit der Motorsäge: Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat die
Beschäftigten in den hessischen Landesforsten für diesen Mittwoch [f. d. Red. 8.
Februar] zum Warnstreik aufgerufen. Mit einer zentralen Protest-Kundgebung in
Wiesbaden will die Gewerkschaft den Druck in der Tarifrunde im öffentlichen Dienst
erhöhen. „Vom Kaufunger Wald bis zum Odenwald sollten Forstwirte, Waldarbeiter
und Revierleiter ihre Arbeit niederlegen und in die Landeshauptstadt kommen“, sagt
der stellvertretende IG BAU Regionalleiter Klaus-Dieter-Körner.

Die Gewerkschaft fordert für alle Beschäftigten im Landesforst ein Lohn- und
Gehalts-Plus von insgesamt sechs Prozent. Die Azubi-Verdienste sollen um 90 Euro
steigen. Zudem will die IG BAU sachgrundlose Befristungen per Tarifvertrag
ausschließen. Körner: „Im öffentlichen Dienst Hessens wollen wir den Anschluss an
die bundesweite Einkommensentwicklung halten. Gerade die anstrengende Arbeit in
den Wäldern muss sich für die Beschäftigten wieder lohnen.“ Die Mitarbeiter
erwarteten von den Arbeitgebern deshalb rasch ein verhandlungsfähiges Angebot.

Der jahrelange Personalabbau habe auch in den Forsten zu steigender
Arbeitsbelastung geführt. „Es wird daher auch immer schwieriger, Nachwuchs für die
grünen Berufe zu finden“, so der Gewerkschafter. Bessere Ausbildungsbedingungen
– etwa eine Übernahmegarantie und mehr Urlaubstage für Azubis – stünden bei der
diesjährigen Tarifrunde deshalb besonders im Fokus.

Mit dem Wiesbadener Warnstreik will die IG BAU ihre Forderungen lautstark zu
Gehör bringen. Dazu reisen Forst-Beschäftigte aus allen Teilen Hessens in
Arbeitskleidung an – ausgerüstet mit Motorsägen.

Klaus-Dieter Körner: "...sachgrundlose Befristungen per Tarifvertrag
ausschließen".
Foto: IG BAU

Nein zur BAB-Privatisierung: Keine „Heuschrecken-Autobahn“

Appell an die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus Wiesbaden

Profit mit der Autobahn? Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat vor einer schleichenden Privatisierung der heimischen Autobahnen gewarnt. Bundes- und Landtagsabgeordnete aus Wiesbaden sollten sich jetzt in Berlin gegen entsprechende Pläne starkmachen, fordert die Gewerkschaft. „Die Autobahn gehört zur öffentlichen Infrastruktur und darf auf keinen Fall den Gewinninteressen einzelner untergeordnet werden“, sagt IG BAUBezirksvorsitzender
Karl-Heinz Michel. Allein in Hessen stehe langfristig die Zukunft von rund 1.000 Autobahn-
Kilometern auf dem Spiel. „Kein einziger davon darf privatisiert werden. Privat-Autobahnen
wären eine Milchmädchenrechnung zulasten der Autofahrer und Steuerzahler“, so Michel.

Zum Hintergrund: Im Dezember hatte das Kabinett die Gründung einer "Infrastruktur-
gesellschaft“ beschlossen, die künftig die Bundesautobahnen (BAB) bauen, planen und
betreiben soll. Geplant ist zwar der Verbleib der GmbH in Staatseigentum. Durch so-
genannte „Public-private-Partnerships“ ist der Bau und Betrieb zahlreicher Streckenab-
schnitte in privater Hand jedoch weiterhin möglich, so die IG BAU Wiesbaden-Limburg
.Die Gewerkschaft befürchtet eine fortschreitende „Privatisierung durch die Hintertür“
und warnt vor einer „Heuschrecken-BAB“. Per Maut könnten Investoren die Autofahrer
kräftig zur Kasse bitten.

Im März soll die „Infrastrukturgesellschaft“ zusammen mit einem Gesetzespaket zu den
Bund-Länder-Finanzen endgültig beschlossen werden. Dafür ist jedoch eine Zweidrittel-
mehrheit in Bundestag und Bundesrat nötig. Michel: „Abgeordnete auch aus Wiesbaden
haben jetzt die Chance, gegen die Pläne zu stimmen. Das wäre nicht nur gut für die
Autofahrer, sondern auch im Interesse der Beschäftigten am Bau.“

Bauarbeiter seien besonders häufig auf Autobahnen unterwegs. Eine Nutzungsgebühr
träfe gerade auch sie hart. Außerdem sieht der Gewerkschafter eine Gefahr für die
Arbeitsbedingungen im Straßenbau. „Wenn Privatbetreiber Autobahnen bauen, dann
könnten sie die Standards der öffentlichen Vergabe umgehen – auf Kosten der Qualität,
der Löhne und des Arbeitsschutzes.“

Bund und Länder dürften dies nicht zulassen und sollten aus Privatisierungsfehlern der
Vergangenheit lernen. So ließen sich die „Öffentlich-privaten-Partnerschaften“ gesetzlich
ausschließen. „Es darf keinen Meter Investor-Asphalt geben“, fordert IG BAU-Bezirkschef
Michel. Insbesondere Banken und Versicherungen müsse der Zugriff auf die Autobahn
verwehrt bleiben. „Wer den Bürgern erst die Finanzkrise einbrockt, darf danach nicht seinen
Reibach mit deutschen Straßen machen.“

Teuer könnte es für Autofahrer werden, sollte es zu einer Privatisierung der Autobahnen kommen. Privatbetreiber dürften keinen Zugriff auf die bundesweit knapp 13.000 Autobahn Kilometer haben, fordert die IG BAU.

"...Insbesondere Banken und Versicherungen muss der Zugriff auf die Autobahn verwehrt bleiben. „Wer den Bürgern erst die Finanzkrise einbrockt, darf danach nicht seinen Reibach mit deutschen Straßen machen", so Karl-Herinz Michel.

Fotos: IG BAU

Sozialkassenverfahren gesichert!

Parteiübergreifende Zustimmung im Bundestag

Frankfurt am Main, 27.01.2017
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) begrüßt die Sicherung der Sozialkassenverfahren im Baugewerbe. Alle im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen haben gestern Abend einem Gesetzesentwurf der Regierungsfraktionen zugestimmt. Das Gesetz stellt nunmehr klar, dass sich sämtliche Betriebe der Baubranche auch in der Vergangenheit an den Sozialkassenverfahren zu beteiligen hatten.

„Der Bundestag hat mit seiner Entscheidung hohes Verantwortungsbewusstsein bewiesen und gezeigt, dass das Parlament die Nöte und Bedürfnisse von Arbeitern im Blick behält“, sagte unser Bundesvorsitzender Robert Feiger. Die abschließenmde Beratung findet am 10. Februrar 2017 im Bundesrat statt.

„Die parteiübergreifende Zustimmung aller Bundestagsfraktionen ist keine Selbst-verständlichkeit. Dieser enorme Rückhalt belegt die überragende Bedeutung der Sozialkassenverfahren, die sich seit Jahrzehnten bewährt haben. Sie sichern für rund 1,2 Millionen Menschen Altersversorgungsansprüche, Urlaubsansprüche und das Ausbildungssystem in der deutschen Bauwirtschaft.“

Die Sozialkassen der Bauwirtschaft sind gemeinnützige Einrichtungen der IG BAU sowie der Arbeitgeberverbände HDB und ZDB. Die Sozialpartner regeln die Verfahren mittels Tarifverträgen. Bauarbeiter erhalten so Ansprüche etwa auf eine zusätzliche Rente oder Urlaubsansprüche. Betriebe werden bei der Ausbildung finanziell unterstützt. Diese Leistungen werden über Umlagen aller Betriebe der Branche finanziert. Grundlage hierfür ist die Allgemeinverbindlichkeit der entsprechenden Tarifverträge.

Durch Beschlüsse des Bundesarbeitsgerichts im Herbst 2016 war aber die Allgemein-verbindlichkeit aus formalen Gründen für unwirksam erklärt worden. In der Folge mussten die Sozialkassen des Baugewerbes damit rechnen, mit etwaig bestehenden Rück-zahlungsforderungen überzogen zu werden, was die Existenz der Sozialkassen gefährdete. Die Nachteile für die Beschäftigten, aber auch für die Betriebe und für den geordneten Wettbewerb der Branche wären dadurch unabsehbar geworden.


„Der Bundestag hat mit seiner Entscheidung hohes Verantwortungsbewusstsein bewiesen und gezeigt, dass das Parlament die Nöte und Bedürfnisse von Arbeitern im Blick behält“, so Robert Feiger, Bundesvorsitzender unserer Gewerkschaft

Foto: IG BAU

Gilt auch in Wiesbaden: Chef muss Unterkunft bezahlen!

Auf Montage muss der Chef ab jetzt die Unterkunft stellen – und bezahlen!

Im Container übernachten und das auch noch selbst bezahlen – damit ist jetzt Schluss. Für die rund 2.160 Bauarbeiter in Wiesbaden gilt bei „Arbeitsstellen ohne tägliche Heimfahrt“: Ab Januar muss der Chef die Unterkunft nicht nur stellen, sondern auch komplett dafür aufkommen. Anders als bislang darf er dafür nichts von der sogenannten „Auslöse“ abziehen. Von der Neuregelung profitiert nach Gewerkschaftsangaben ein Großteil der 46.000 Bauarbeiter in Hessen.

Die IG BAU Wiesbaden-Limburg spricht von einem „Durchbruch“. „In den meisten Branchen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass der Arbeitgeber die Übernachtung bezahlt, wenn man für die Firma unterwegs ist. Das gilt jetzt endlich auch für den Bau“, sagt Bezirkschef Karl-Heinz Michel. Zwar hätten manche Bauunternehmen betriebsintern schon heute vernünftige Unterkunftsregelungen. Die vom Chef organisierte und bezahlte Übernachtung gelte nun jedoch erstmals für alle 170 Baubetriebe in Wiesbaden – ohne Ausnahme.

Die Regelung ist Teil des Tarifvertrags für das Bauhauptgewerbe, den IG BAU und Arbeitgeberverbände im vergangenen Jahr unterzeichnet haben. Darin ist für Auswärts-Jobs auch eine Verpflegungspauschale von 24 Euro pro Arbeitstag festgeschrieben. Per Betriebsvereinbarung kann sie bis auf 28 Euro erhöht werden. Michel: „Dort, wo es starke Betriebsräte und viele Gewerkschaftsmitglieder gibt, lassen sich mit einer Betriebsvereinbarung sogar die Standards der Unterkunft regeln – zum Beispiel ein

Bisher galt bei der Bau-Unterkunft: Wer mehr als einen Tag für den Betrieb unterwegs war, der bekam vom Arbeitgeber eine „Auslöse“ von 34,50 Euro pro Kalendertag und musste davon häufig selbst die Unterkunftskosten bestreiten. „Zu diesem Preis ein Zimmer in der Großstadt zu finden, war meist ein Ding der Unmöglichkeit“, berichtet Michel. Und wenn der Chef die Unterkunft selbst organisierte, konnte er den Beschäftigten hierfür bis zu 6,50 Euro von der Tagespauschale abziehen – auch für den Bau-Container.



Foto: IG BAU

Pension statt Bau-Container – die Standards von Bauarbeiter-Unterkünften lassen sich per Betriebsvereinbarung festlegen. Und ab 2017 gilt erstmals: Der Chef muss die Übernachtung stellen und bezahlen.

In Wiesbaden ist die Altersarmut weiblich

IG BAU warnt vor steigender Altersarmut für Frauen

Unsichere Jobs sind meist Frauensache: In Wiesbaden arbeiteten Ende letzten Jahres knapp 43.000 Frauen in Teilzeit, Mini-Job oder Leiharbeit. Damit machten sie 68 Prozent der „atypischen Beschäftigung“ aus, wie eine gleichnamige Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. In ganz Hessen waren demnach 886.000 Frauen atypisch beschäftigt. Die Ig BAU warnt zugleich vor einer zunehmenden Altersarmut für Frauen: „Prekäre Jobs führen zu niedrigeren Rentenansprüchen.“ Dabei seien Zeiten der Schwangerschaft oder Kindererziehung noch nicht einmal berücksichtigt.
„Wenn Politik und Wirtschaft nichts unternehmen, dann werden Frauen bei der Rente immer öfter zu Verliererinnen“, sagt Stefan Heinmann, Vorsitzender des Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus. Besonders besorgniserregend sei der Trend, dass Teilzeit immer mehr zum Normalarbeitsverhältnis für Frauen werde. So gab es nach Angaben der Böckler-Studie in Wiesbaden zuletzt rund 26.800 Teilzeit-Arbeiterinnen – 37 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Demgegenüber haben Ende letzten Jahres nur rund 7.900 Männer in Teilzeit gearbeitet. Außerdem waren mit insgesamt 16.000 Mini- Jobberinnen 60 Prozent aller geringfügig Beschäftigten in der Stadt weiblich.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendebatte fordert die IG BAU, die Situation der Frauen stärker in den Blick zu nehmen. „Gerade in der Gebäudereinigung, im Gartenbau und in der Floristik bekommen sie kaum Vollzeitstellen, sondern Teilzeit-oder Mini-Jobs. Die Folge ist, dass Frauen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen müssen“, so Gewerkschafter Heinemann, Taunus. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.
 
„Die Folge davon ist eine weiter zunehmende Altersarmut bei Frauen“, ist Stefan Heinmann sicher. Unternehmen und Politik müssten deshalb gleichermaßen gegensteuern. „Statt Frauen nur für wenige Wochenstunden einzustellen, sollten Firmen vollwertige Jobs schaffen – für Frauen und Männer“. Weniger zu arbeiten, müsse eine individuelle Entscheidung sein und kein Zwang. Für Reinigungskräfte sei Vollzeit mittlerweile fast eine Seltenheit, obwohl sich das viele Beschäftigte wünschten.

Eine zentrale Voraussetzung für höhere Renten sei natürlich die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, so der Gewerkschafter. Mittlerweile habe die Politik die Bedeutung von „Equal Pay“ erkannt und ein Lohngerechtigkeitsgesetz auf den Weg gebracht. Heinmann spricht von einem „Schritt in die richtige Richtung“, kritisiert jedoch, dass Beschäftigte erst in Betrieben ab 200 Mitarbeitern einen Auskunftsanspruch über die Bezahlung der Belegschaft haben. Damit greife das geplante Gesetz nur in Teilen des Handwerks und der Reinigungsbranche.

Eine entscheidende Maßnahme wäre es, so die IG BAU, Phasen der Erwerbslosigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung aufzuwerten. Stefan Heinemann: „Zeiten der Schwangerschaft und Erziehung müssen endlich anerkannt werden – zum Beispiel durch Extra-Rentenpunkte“.

Frauen müssen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen", so Gewerkschafter Heinemann. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.
Foto: IG BAU

Höherer Mindestlohn in der Gebäudereinigung ab Januar

12.950 Reinigungskräfte im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg knacken 10-Euro-Marke

Höherer Mindestlohn in der Gebäudereinigung ab Januar

10-Euro-Grenze geknackt: Alle rund 1.120 Reinigungskräfte im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg verdienen erstmals zweistellig. Ab diesem Monat steigt der tarifliche Mindestlohn in der Gebäudereinigung auf genau zehn Euro pro Stunde – 20 Cent mehr als bisher. Glas- und Fassadenreiniger gehen mit mindestens 13,25 Euro nach Hause.

Die IG BAU Wiesbaden-Limburg spricht von einem „überfälligen Schritt“: „Die Zehn vor dem Komma steht dafür, dass die harte Arbeit in der Reinigung endlich stärker wert-geschätzt wird“, betont Bezirksvorstandsmitglied Heiko Oberthür. Dabei müssen sich alle Firmen an die neue Untergrenze halten. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft hatte sich seit Jahren für die 10-Euro-Marke stark gemacht und diese in der letzten Tarifrunde durchgesetzt.

„Jetzt sollten die Beschäftigten prüfen, ob mit der ersten Lohnabrechnung im neuen Jahr auch wirklich mehr Geld auf dem Konto ist“, rät Oberthür. Wer beim Lohn-Plus leer ausgehe oder Fragen zum neuen Tarifvertrag habe, solle sich an die IG BAU-Büros in Wiesbaden (Telefon: 06 11 – 8 70 23) und Limburg (Telefon: 0 64 31 – 2 60 25) wenden.

Gute Aussichten für heimische Reinigungskräfte: Ab sofort verdienen Gebäudereinigerinnen
mindestens zehn Euro pro Stunde, so die IG BAU. Mitarbeiter in der Außenreinigung kommen
jetzt auf einen Mindest-Stundenlohn von 13,25 Euro.
Foto IG BAU

Bezirksverband Wiesbaden-Limburg: Nur 222 Bauarbeiter schaffen es bis zum Rentenalter

IG BAU: Flexible Übergänge für Beschäftigte im Handwerk!

Wenn der Körper nicht mehr mitspielt: Von den rund 10.570 Bauarbeitern im Bezirks
verband Wiesbaden-Limburg sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur gerade
einmal 222 Beschäftigte zwischen 63 und 65 Jahre alt. Ähnlich sieht es bei den über
60-Jährigen aus: In dieser Altersgruppe zählt die Baubranche nur 537 Beschäftigte, wie die IG
Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Für die IG BAU Wiesbaden-Limburg sprechen die Zahlen
eine klare Sprache: „Nur die wenigsten Bauarbeiter halten körperlich bis zum
Rentenalter durch. Für sie gibt es heute nur ein Hop oder Top – entweder volles
Arbeitsprogramm oder raus aus dem Job. Das kann es aber nicht sein“, kritisiert
Bezirksvorstandsmitglied Manfred Mahle. Für Beschäftigte im Handwerk müsse es flexible
Übergänge in die Rente geben – ohne frühzeitig aus dem Betrieb auszuscheiden.
Die derzeit von der Bundesregierung geplante „Flexi-Rente“ sei dabei keine Lösung.
„Der Gesetzentwurf konzentriert sich auf höhere Zuverdienst-Grenzen bei einer
Teilrente. Außerdem soll das Arbeiten über das Rentenalter hinaus einfacher werden.
Davon haben aber die Beschäftigten auf dem Bau nichts“, sagt Mahle. Ab 55 oder 60
Jahren im alten Job voll weiterzuarbeiten, sei für die meisten von ihnen die „reinste
Utopie“.

Stattdessen plädiert die IG BAU für ein „Alters-Flexi“, das besonders Beschäftigten im
Handwerk zugutekäme. Das Modell sieht eine Art Kurzarbeitergeld im Alter vor, wenn
wegen Gesundheitsproblemen eine Kündigung droht. Manfred Mahle: „Wer als
Maurer oder Straßenbauer irgendwann nicht mehr volle 40 Stunden schafft, der sollte
die Möglichkeit bekommen, zum Beispiel auch mit 15 Wochenstunden in der Firma zu
bleiben. Für die fehlenden 25 Stunden würde er von der Arbeitsagentur
Kurzarbeitergeld bekommen.“ Der Staat müsse hier die nötigen finanziellen Mittel
bereitstellen. Angesichts der guten Haushaltslage des Bundes gebe es dafür genug
Spielraum.

Das „Alters-Flexi“ soll nach dem Vorschlag der IG BAU bereits ab 58 Jahren greifen.
Damit bliebe den Beschäftigten der Gang zum Amt kurz vor der Rente erspart. Denn bei
der derzeitigen Regelung seien viele Bauarbeiter auf „Alters-Hartz-IV“ angewiesen –
„und das, obwohl sie Jahrzehnte hart geschuftet haben“, so Mahle.

Für die Bauwirtschaft im Rheingau-Taunus-Kreis sei das frühe Ausscheiden erfahrener
Mitarbeiter zudem oft ein großer Verlust. „Mit flexiblen Übergängen ist nicht nur den
Bauleuten geholfen, sondern auch den Betrieben“, ist sich der Bezirksvize sicher.
So könnten ältere Beschäftigte ihr Fachwissen an den Nachwuchs weitergeben.
Darüber hinaus setzt sich die IG BAU zusammen mit dem DGB für eine Stärkung der
gesetzlichen Rente ein. Vor der nächsten Bundestagswahl komme es darauf an, einen
„Kurswechsel“ in der Rentenpolitik herbeizuführen, fordert der Gewerkschafter:
„Altersarmut dürfen wir uns nicht erlauben. In den Handwerksberufen heißt das, eine
faire Regelung für die zu finden, die körperlich nicht mehr können.“
Dabei solle sich die Politik ruhig am vielzitierten Dachdecker orientieren, sagt Mahle.
So haben zum Beispiel von den rund 320 Dachdeckern im Rheingau-Taunus-Kreis
zuletzt gerade einmal fünf über das 63. Lebensjahr hinaus im Job.

Harte Arbeiten – wie hier mit dem Rüttler – sind für viele Bauarbeiter im Alter nicht mehr drin, sagt die IG BAU. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Branche flexible Übergänge in die Rente. – Bei Knochenjobs: „Alters-Flexi“.

„Altersarmut dürfen wir uns nicht erlauben. In den Handwerksberufen heißt das, eine faire Regelung für die zu finden, die körperlich nicht mehr können,“ so Manfred Mahle, Vorstandsmitglied der IG BAU Bezirkserband Wiesbaden-Limburg

Jetzt Schluss mit „Turbo-Putzen“

IG BAU fordert: Jetzt regelmäßige Kontrolle der Arbeitsbedingungen in Reinigung

Schluss mit dem „Turbo-Putzen“: Für die Gebäudereinigerinnen und Fensterputzer im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg soll das Reinigen immer größerer Flächen in immer kürzerer Zeit bald ein Ende haben. Nach einer neuen Vereinbarung zwischen der Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU und den Arbeitgebern werden der Arbeits- und Gesundheitsschutz verbessert – mit dem Ziel einer „menschengerechten Arbeitsgestaltung“. In ganz Hessen profitieren nach Gewerkschaftsangaben rund 90.000 Reinigungskräfte von verbesserten Standards.

„Seit Jahren klagen die Mitarbeiter in der Gebäudereinigung über eine steigende Arbeitsbelastung. Für sie bringt die Vereinbarung echte Verbesserungen“, betont Karl- Heinz Michel, Bezirkschef der IG BAU Wiesbaden-Limburg. So sollen physische und psychische Belastungen gesenkt werden – etwa durch leichtere Handgeräte oder längenverstellbare Wischmopps. Besonders wichtig, so Michel, sei die klare Abgrenzung des „Reinigungsreviers“. Hier soll der Chef künftig Grafiken vorlegen, wieviel in welcher Zeit zu reinigen ist.

„Damit die Ziele auch umgesetzt werden, können Betriebsräte regelmäßige Arbeitsplatzbegehungen durchführen“, so die IG BAU Wiesbaden-Limburg. Wo es keinen Betriebsrat gebe, sollten sich die Beschäftigten direkt an die Fachgruppen der Gewerkschaft wenden, die nun per Broschüre über die Neuregelungen informieren will.

Ohne eine echte Kontrolle vor Ort wird es nicht laufen“, ist sich Michel sicher.
Darüber hinaus wurden Weiterbildungsmaßnahmen vereinbart. Im Fokus eines bundesweiten „Rahmenlehrplans“ stehen die Vorarbeiterinnen. „Sie sind die Führungskräfte im Objekt, sie sollen die Reinigungskräfte einweisen und unterstützen. Dazu werden sie nun besser qualifiziert – von der Mitarbeiterführung über Gesundheitsgefahren bis hin zum Umgang mit den Kunden“, erklärt Gewerkschafter Michel. Dies führe zu höheren Standards für die gesamte Branche, von denen letztlich auch die Unternehmen profitierten.

Beide Vereinbarungen sind in zwei Expertengruppen aus IG BAU und Arbeitgebern entstanden. Im Arbeits-und Gesundheitsschutz wurde ein 12-monatiger Test-Zeitraum vereinbart. Dann soll überprüft werden, ob die Maßnahmen ausreichen. Karl-Heinz Michel: „Der Maßstab ist, ob die Gebäudereinigung wirklich zu einer sauberen Branche wird – mit sauberen Arbeitsbedingungen für alle.“


Ins Rutschen geraten viele Reinigungskräfte nicht durch glatte Böden, sondern durch hohe Arbeitsbelastung. Jetzt wollen Gewerkschaft und Arbeitgeber gemeinsam die Arbeitsbedingungen verbessern.
Fotos: IG BAU

Gesetzlicher Mindestlohn stabilisiert die deutsche Wirtschaft

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) macht sich für einen deutlich steigenden gesetzlichen Mindestlohn stark. „Der Mindestlohn sichert nicht nur das Existenzminimum von Geringverdienern, er entwickelt sich auch zum Stabilitätsanker der deutschen Wirtschaft“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger anlässlich des für heute erwarteten Jahreswirtschaftsberichts der Bundesregierung.

„Der gesetzliche Mindestlohn stärkt die Kaufkraft und kurbelt den Konsum an. Die wachsende Binnennachfrage macht sich positiv bemerkbar. Während die Schwäche mancher Schwellenländer ein Unsicherheitsfaktor für die Exportentwicklung ist, stabilisiert die stärkere Nachfrage im Inland die Wirtschaft.“

Im vergangenen Jahr legte die Kaufkraft in den ersten drei Quartalen zwischen 2,4 und 2,7 Prozent zu und stieg damit so stark wie noch nie seit Beginn der Zeitreihe des Statistischen Bundesamts. Die Entwicklung im vierten Quartal dürfte ähnlich positiv ausfallen.

„Ein steigender gesetzlicher Mindestlohn ist zudem ein notwendiges Mittel, um der stark zunehmenden Konzentration von Vermögen bei Wenigen etwas entgegenzusetzen“, sagte Feiger der auch Mitglied in der Mindestlohnkommission ist. „Das allein reicht aber nicht, um den Trend zu mehr Ungleichheit zu durchbrechen. Gleichzeitig müssen auch die Löhne kräftig anziehen. Dafür werden wir in diesem Jahr etwa in der anstehenden Bautarifrunde kämpfen. Nicht zuletzt brauchen wir eine faire Besteuerung von Einkommen. Das Steuerprivileg für Kapitalerträge spaltet die Gesellschaft und muss endlich abgeschafft werden.“

Laut Bundesarbeitsministerium wurde die vermögensschwächere Hälfte der Bevölkerung zuletzt noch ärmer, während die reichsten zehn Prozent über mehr als 50 Prozent des deutschen Nettovermögens verfügen.


Foto: IG BAU

Nach dem Erfolg des MIndestlohnes sagt IG BAU-Vorsitzender Robert Feiger: "...jetzt müssen die Löhne kräftig anziehen. Dafür werden wir in diesem Jahr etwa in der anstehenden Bautarifrunde kämpfen!"

Rente muss zum Leben reichen!

Das Thema Rente lässt die Politik nicht los. Nachdem Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles bekannt gegeben hat, im Herbst Pläne für eine Rentenreform vorzulegen, melden sich die üblichen Bremser und Mahner zu Wort. Sie fürchten um ihre Pfründe, die sie mit Einführung der „Rente mit 67“ eingestrichen haben.

Ein Hauptargument der Reformgegner ist die vermeintliche Generationengerechtigkeit. In Wahrheit geht es ihnen dabei aber nicht um die höheren Beiträge für Arbeitnehmer. Die müssten, um eine weitere Absenkung des Rentenniveaus zu stoppen, gerade einmal 7,50 Euro im Monat mehr zahlen, hat der DGB für Durchschnittsverdiener errechnet. Dafür erhalten sie aber auch eine stabile Rente als Gegenleistung.

Den Kritikern geht es vielmehr um die Beiträge der Arbeitgeber, die zu gleichen Teilen in die Rentenversicherung ihrer Beschäftigten einzahlen. Sie sparen bei geringeren Beiträgen gleich Milliarden. Die spätere Rentenhöhe ihrer Beschäftigten ist für die Betriebe dagegen nicht so wichtig.

Niemand sollte sich also einreden lassen, dass eine Reform für die Jungen wer weiß wie teuer wird. Im Gegenteil: Wer heute arbeitet, vertraut kaum mehr auf eine ausreichende Rente im Alter. Betriebsrenten gibt es längst nicht für alle, das Riester-Modell hat sich angesichts von Minus-Zinsen als Flop erwiesen, und das Niveau der gesetzlichen Rente nähert sich für viele der Grundsicherung an.

In einigen Jahren droht in Deutschland deshalb eine Welle von Altersarmut. Vor allem junge Geringverdiener und Teilzeitbeschäftigte zahlen zwar Jahrzehnte in die Rentenversicherung ein, müssen im Alter aber zum Amt, um über die Runden zu kommen. Wo ist da die Gerechtigkeit? Maßstab der Rentenpolitik darf deshalb nicht vorrangig die Beitragshöhe sein, sondern eine anständige Rentenleistung!

Foto: IG BAU

IG BAU-Chef Robert Feiger: Das Riester-Modell hat sich angesichts von Minus-Zinsen als Flop erwiesen, und das Niveau der gesetzlichen Rente nähert sich für viele der Grundsicherung an.

Rechtsberater im letzten Jahr 500 Mal aktiv

Arbeitnehmern in Wiesbaden zu gutem Recht verholfen

„Paragraphen-Lotsen“ der Gewerkschaft stark gefragt: Bei Streitigkeiten mit Chefs oder Behörden haben die Rechtsberater der IG BAU Wiesbaden-Limburg 2014 in 510 Fällen Rat und Unterstützung gewährt. Das Spektrum der juristischen Unterstützung für die Beschäftigten aus Wiesbaden und der Region war dabei äußerst vielfältig. Es reichte nach Angaben der Gewerkschaft von Fragen zu Abmahnungen, Kündigungen oder Zeugnisformulierungen über verspätet oder gar nicht gezahlte Löhne und vorenthaltenem Urlaubsgeld bis zu fehlerhaften Hartz-IV-Bescheiden. Zusätzlich sorgten Fragen zu Rentenberechnungen, Krankenkassenleistungen und zur Unfallversicherung für volle Terminkalender der Rechtsberater.

„Gerade auf dem Bau, bei Dachdeckern, Malern- und Lackierern, ebenso im Gerüstbau oder der Baustoffindustrie steckt viel Konfliktpotenzial. Auch in der Gebäudereinigung sowie bei den Floristen und im Garten- und Landschaftsbau gibt es immer wieder rechtliche Probleme, bei denen wir den Kollegen helfen können“, sagt Thomas Dauenhauer. Mit Arbeitnehmerrechten werde hier oft „sehr kreativ umgegangen“, beschreibt das Vorstandsmitglied der IG BAU Wiesbaden-Limburg die „mitunter sehr dreisten Versuche der Chefs, sich an Recht und Gesetz vorbeizumogeln.“ Da sei sachkundige Unterstützung der Beschäftigten oft dringend nötig. „Aber auch beim Versuch, sich im Umgang mit Behörden im Paragrafen-Dschungel zurechtzufinden, bieten die Berater oft unverzichtbare Orientierungshilfe. Nur so können Ratsuchende das bekommen, was ihnen dem Gesetz nach zusteht“, so Dauenhauer.

Termine für die Rechtsberatung können vereinbart werden in den IG BAU-Büros in Wiesbaden (Telefon: 06 11 – 8 70 23) und Limburg (Telefon: 0 64 31 – 2 60 25).

IG BAU-wir setzen uns für Dich ein. Klick hier und hole dir Rat
http://www.igbau.de/Binaries/Binary10077/FB_Rechtsschutz_03_2010.pdf

Gibt Bauarbeitern, Malern oder Gebäudereinigerinnen Orientierung im Paragrafen-Dschungel: die Rechtsberatung der IG BAU Wiesbaden-Limburg.
Foto: IG BAU

Mitgliederservice-Büros: Wir sind für unsere Mitglieder da!

Mitgliederbüro Wiesbaden

Telefon: 0611/87023
Fax: 0611/87058
E-Mail: wiesbadenE-Mail-Adresseigbau.de
Salierstraße 25
65189 Wiesbaden

Sprechzeiten:

Montag, Dienstag und Mittwoch: 8.30h-12.30h und 13.30h-16.30h

Donnerstag: 8.30h-12.30h und 13.30h-18.00h

Freitag: 8.00h-13.00h
Mitgliederbüro Limburg

Tel.: 06431/26025
Fax.: 06431/27967
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Dienstag und Mittwoch: 8.30h-12.30h und 13.30h-16.30h



Freitag: 8.00h-13.00h