News aus dem Bezirksverband und der Region


Er kämpfte bis zum Schluss: Siegfried Stiebich verstorben

Ein Kämpferherz hat aufgehört zu schlagen!

Am 8. Mai 2017 ist unser Kollege Siegfried Stiebich im 75. Lebensjahr verstorben.

„Siggi“, wie wir ihn alle nannten, war von 01.10.1968 bis 24.1.1992 als Sekretär vom 25.1.1992 bis 31.3.1998 als Geschäftsführer im Bezirksverband Wiesbaden der IG Bauen-Agrar-Umwelt mit großem Engagement tätig.

In seiner Trauerrede auf dem Ruheforst in Waldalgesheim hob der ehemalige Leiter des Landesverbandes Hessen, Kollege Gernot Then, die geradlinige und ehrliche Art von Sigi besonders hervor.

Sigi setzte sich immer ohne Wenn und Aber Kolleginnen und Kollegen ein.

Wir werden sein Andenken in Ehren halten.

Er diskutierte gerne im Kreise seiner Kollegen: Siggi Stiebich.

Bild: IG BAU

Kulturfahrt nach Amsterdamm

Reisebericht: Kulturfahrt 2016 der IG BAU-Betriebsgruppe für die Malerkasse

Vom 1. bis 3.Oktober 2016 fand die jährliche Kulturfahrt der Betriebsgruppe in der Malerkasse statt. Wir waren 33 TeilnehmerInnen, darunter auch KollegInnen ausserhalb unserer Einrichtung. Ganz Stolz sind wir darüber, dass wir auch dieses Jahr einige KollegInnen begrüssen durften, die bereits im Ruhestand sind.

Am Samstag ging es früh mit dem Bus los. Unterwegs gab es ein zünftiges Frühstück mit Weck, Worscht und was zu trinken. Die Fahrt verging schnell mit Gesprächen und einem Quiz.

In Amsterdam machten wir eine Stadtrundfahrt unter kundiger Führung, vorbei an den berühmten Grachten und alten Patrizierhäusern. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen.

Am Sonntagvormittag lernten wir die Stadt aus dem Blickwinkel der Grachten mit einer Schiffsrundfahrt kennen. Nach ausreichender Zeit zur freien Verfügung besichtigten wir dann das Anne-Frank-Haus. Erstaunlich waren die lange Warteschlange und das Interesse von sehr vielen jungen Leuten. Einige unserer KollegInnen hatten im Frühjahr den Kinofilm „Das Tagebuch der Anne Frank“ gesehen und konnten sich so noch viel besser vorstellen, wie es war sich im Hinterhaus versteckt zu halten. Anette Wagner von der Betriebsgruppe: „Für mich war das Anne Frank Haus der Höhepunkt der Fahrt, weil hier sehr eindrucksvoll gezeigt wird wie ein unmenschliches Regime mit Minderheiten oder Andersgläubigen umgegangen ist“.

Leider ging es am Montag schon wieder zurück. Aber nicht so schnell... Erster Zwischenstopp war in Scheveningen, dem größten Seebad der Niederlande und dann besuchten wir noch den Windmühlenpark von Kinderdijk. Mit dem Boot führen wir an den idyllischen Windmühlen vorbei, die früher für das Bewässerungssystem genutzt wurden.

Am Montagabend sind wir alle wieder wohlbehalten und zufrieden in Wiesbaden angekommen. Die Zeit verging zu schnell, aber es war toll, dass wir wieder alle zusammen etwas unternommen haben.

Unsere Kolleginnen und Kollegen freuen sich über die jährlichen Kulturfahrten der Betriebsgruppe aus der Malerkasse, die nun schon seit 1988 stattfinden. Wir freuen uns auch über die Unterstützung unseres Bezirksverbandes.
Text: Cornelia Hammen
Foto: Michael Liepold

Demokratie geht uns alle an!

Jubilarehrung bei der IG BAU

Bei der Ehrung der Jubilare am 22. Oktober konnte Bezirksvorsitzender Karl-Heinz Michel insgesamt 60 TeilnehmerInnen begrüßen. Zu den Ehrengästen zählten der Ehrenvorsitzende Werner Schollmeyer, der ehemalige Geschäftsführer des Bezirksverbandes Wiesbaden, Siegfried Stiebich, die frühere Verwaltungsangestellte Marion Seemann sowie die hauptamtlich beschäftigte Kollegin Alexandra Schacht.

Bei der Auswahl des Festredner hatte der Vorstandeine gute Wahl getroffen: In einer hoch interessanten Rede ging der stellvertretende Kreisvorsitzende des DGB, Kollege Michael Leschnik auf die gewerkschaftlichen Erfolge und Errungenschaften ein. Neben der Lohnfortzahlung, dem Schlechtwettergeld hob Leschnik auch die gemeinsamen Einrichtungen der Tarifvertragsparteien hervor. Zur Aufbesserung der Renten sowie zu einer Förderung der ganzjährigen Beschäftigung seien die Sozialkassen ein wichtiger Baustein der sozialen Versorgung unserer Kollegen.
Auch zu den aktuellen Ereignissen nahm er Stellung: Die rechtsradikale Bewegung sei mittlerweile Salon fähig. Die Hetze gegen Flüchtlinge ist an der Tagesordnung und habe zwischen zeitlich weite Teile der Bevölkerung erreicht. Er resümierte: „Wir lassen uns die Demokratie nicht kaputt machen!“

Unter den langjährigen Jubilaren konnte Michel die beiden Kollegen Friedrich Pehl und Wilhelm Groh für ihre 70-jährige Treue zu Gewerkschaft begrüßen.

Die Jubilare des Bezirksverbandes sowie die anwesenden Vorstandsmitglieder der IG BAU Betzirksverband Wiesbaden-Limburg in der Stadthalle Idtein.
Bild: IG BAU

Michael Leschnik bei seiner Festrede am 22. Oktober: "Wir lassen uns die Demokratie nicht kaputt machen!"
Bild: IG BAU

Kollege Adalbert Hachenberger wird von den Vorstandsmitgliedern Manfred Mahle (links) und Karl-Heinz Michel rechts) für seine 65.jährige Treue zur IG BAU geehrt.
Bild: IG BAU

Skandalbaustelle in Wiesbaden: 25 rümänische Arbeitnehmer billig ausgetrickst!

Im IG BAU Büro in Wiesbaden schlugen am 21. Mai die Alarmglocken: Wir wurden von 15 rumänischen Kollegen gerufen, die ihren Job aufgrund schlechten Arbeitsbedingungen und maßloser Unterbezahlung gekündigt haben. Der Mindestlohn sollte eigentlich garantiert sein, aber die Kollegen haben sich mit 7,95 € abgefunden. Ausgezahlt wurden allerdings nur 1,08 € pro Stunde. Das war alles andere als das, was sich die Kollegen in Deutschland erhofft hatten. Sie sind hier von gutem Geld ausgegangen, um ihre Familien in der Heimat zu unterstützen. Nun droht den Kollegen die Abschiebung.

Es war eine gute Entscheidung, die IG BAU in dem Fall hinzuzuziehen. Nur so kann Abhilfe geschaffen und der Lohn erfolgreich eingeklagt werden. Auch der Landesvorsitzende der hessischen SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, war vor Ort und die Presse kam ebenfalls, um den Fall aufzunehmen. Wir hoffen auf eine aussagekräftige Berichterstattung.

An alle Kollegen, denen es ähnlich geht:
Traut euch! Meldet euch!
Wir stehen solidarisch an eurer Seite und kämpfen gemeinsam für Perspektiven, Sicherheit und Qualität!
Klarmachen! Anpacken! Reinhauen!

Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls in Wiesbaden aktiv

Hierzu schreibt der Wiesbadener Kurier:
Auf der Baustelle im Wiesbadener Künstlerviertel arbeiteten 25 rumänische Arbeitnehmer seit Ende März. Als Lohn erhielten sie bis letzten Freitag lediglich zwei kleine Abschläge von ca. 200 Euro. Dies entsprach einem Lohn von weniger als 2,- € pro Stunde. Die Arbeitnehmer suchten Hilfe bei der IG BAU. 15 der Arbeitnehmer bevollmächtigten die Gewerkschaft mit ihrer rechtlichen und politischen Vertretung. Ab dem 21. Mai 2014 traten die rumänischen Bauarbeiter in den Streik. Sie stellten die Arbeit auf der Baustelle ein und wandten sich mit ihrer Gewerkschaft an die Öffentlichkeit, um auf das Unrecht hinzuweisen. Die IG BAU forderte am folgenden Tag den rumänischen Arbeitgeber und den General-unternehmer Faber schriftlich auf, den Gesamtanspruch der Arbeiter in Höhe von ca. 63.000 Euro brutto anzuerkennen.

Am Freitagmorgen fanden erste Vernehmungen bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls in Wiesbaden ohne Anwesenheit der IG BAU statt. Im Rahmen dieser Vernehmungen erschienen Vertreter des Generalunternehmens Faber aus Alzey. Sie legten den rumänischen Arbeitern Beträge zwischen 700 und 1600 Euro in bar auf den Tisch und boten diese gegen Unterschrift an. Unterschreiben sollten sie nicht nur eine Quittung, sondern auch eine Erklärung nach dessen Inhalt sie das restliche Geld von ihrem rumänischen Arbeitgeber bekämen. Die Rumänen unterschrieben und nahmen das Geld an. Sie gaben an, dass ihnen von der Firma Faber erklärt wurde, dass sie eigentlich gar keine Ansprüche hätten.

Nach Angaben der Baugewerkschaft ist das Schriftstück rechtlich nicht bindend. Die IG BAU erklärt, dass sie die noch ausstehenden Beträge gegenüber dem Generalunternehmer gerichtlich geltend machen wird. Zur Zeit prüft die Rechtsabteilung der IG BAU ob der ausstehende Betrag in Höhe der Hälfte der Gesamtforderung auch gegenüber dem Bauauftraggeber, der landeseigenen Nassauischen Heimstätte, eingeklagt werden kann.

Junge Bau mit rumänischen Arbeitern auf der Baustelle: "An alle Kollegen, denen es ähnlich geht: Traut euch! Meldet euch! Wir stehen solidarisch an eurer Seite und kämpfen gemeinsam für Perspektiven, Sicherheit und Qualität! Klarmachen! Anpacken! Reinhauen!"

„Zu wissen, dass die rumänischen Arbeitnehmer durch die IG BAU vertreten werden und trotzdem den rechtlich unerfahrenen Arbeitern mit der einen Hand Bargeld zu bieten und mit der anderen Hand ein Verzichtschriftstück vorzulegen, hat ein Gschmäckle“ so Hannes Rosenbaum, Regionalleiter der IG BAU Hessen

Kloppenheimer ehrt Kloppenheimer!

Jubilarehrung bei der IG BAU

Bei der Baugewerkschaft kam es am 18.10.2014 in der Stadthalle Idstein zu einem Generationen übergreifenden Ereignis: Walter Dittmar wurde von Vorstandsmitglied Simon Rottloff für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Dittmar und Rottloff wohnen beide in Wiesbaden-Kloppenheim. Während Dittmer auf ein engagiertes und arbeitsreiches Leben zurück blicken kann, gehört Rottloff zu der Generation jüngerer Gewerkschafter, die mit viel Tatkraft auch in der Politik noch etwas bewegen wollen. (Bilder und mehr unter News_aus_dem_Bezirksverband_und_der_Region

Walter Dittmar wird von Vorstandsmitglied Simon Rottloff für 60 Jahre Mitgliedschaft zur Bau-Gewerkschaft geehrt.

Neuer Mindestlohn für 4.010 Gebäudereiniger in Wiesbaden


Keiner darf beim Putzen unter 9 Euro pro Stunde verdienen

Neuer Mindestlohn fürs Putzen: Ab sofort darf keine der rund 4.010 Reinigungskräfte in Wiesbaden unter 9 Euro pro Stunde verdienen. Darauf hat der IG BAU-Bezirksverband Wiesbaden-Limburg hingewiesen. Seit Anfang Januar gelte in der Gebäudereiniger-Branche ein höheres Lohn-Limit. „Egal, ob Unternehmen oder Privathaushalt – für alle heißt es: Wenn Chefs jetzt noch Stundenlöhne von unter 9 Euro zahlen, ist das illegal und sogar strafbar“, sagt Karl-Heinz Michel.

Das gelte, so der IG BAU-Bezirksvorsitzende Karl-Heinz Michel, auch für Tricksereien, mit denen der Mindestlohn unterlaufen werde. So verlangten Arbeitgeber von ihren Angestellten in der Praxis nicht selten, immer größere Flächen in immer weniger bezahlter Arbeitszeit zu reinigen. Tatsächlich leisteten die Beschäftigten dabei Mehrarbeit zum Nulltarif. Dadurch werde der Lohn durch die Hintertür gekürzt.

Karl-Heinz Michel kündigt an, im Jahr 2013 „Mindestlohn-Sünder“ bei den Arbeitgebern noch stärker ins Visier zu nehmen. Hier setze man auf eine enge Zusammenarbeit mit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls. „Illegale Beschäftigungspraktiken dürfen in der Gebäudereiniger-Branche in Wiesbaden keine Chance haben. Schwarzen Schafen muss das Handwerk gelegt werden“, so Michel.

Einen Lohn-Check empfiehlt die IG BAU auch den Glas- und Fassaden-Reinigern. Für sie gilt, so die Gebäudereiniger-Gewerkschaft, ab Januar ein neuer, höherer Tariflohn von 11,92 Euro pro Stunde.

„Wer putzt, soll auch sauber verdienen“, sagt die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU. Ab sofort gilt für Reinigungskräfte ein neuer Mindestlohn von 9 Euro pro Stunde.

Jubilarehrung 2014: Wir brauchen starke Gewerkschaften!

In seiner Festrede ging Simon Rottloff auf die jüngsten Aktivitäten der IG Bauen-Agrar-Umwelt ein, insbesondere auf den Gesetzlichen Mindestlohn und die Rente mit 63. Sein Fazit: Nur mit starken Gewerkschaften werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verbessert.

Bei der Jubilarehrung in Idstein wurden 122 Kolleginnen und Kollegen aus dem Gebiet des Bezirksverbandes Wiesbaden-Limburg für ihre langjährige Mitgliedschaft zur Gewerkschaft geehrt.

An der Jubilarehrung nahmen 5 Kollegen teil, die 60 Jahre MItglied bei der IG BAU sind.

Für 50 Jahre MItgliedschaft konnten bei der Veranstaltung 7 Kollegen geehrt werden.
Eingerahmt von den Vorstandsmitgliedern Karl-Heinz Michel (rechts) und Stefan Heinemann (linkls)

Unter den Jubilaren, die 40 Jahre Mitglied sind befanden sich Christa Schulz-Kruse (früher Verwaltungsangestellte im Bezirksverband Wiesbaden), Werner Schollmayer (früher u.a. Bezirksvorsitzender) und Franz Pitz (Vorsitzener des Arbeitskreises Senioren).

Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden 2 Kolleginnen und 1 Kollege geehrt.

Kloppenheimer ehrt Kloppenheimer!

Jubilarehrung bei der IG BAU

Bei der Baugewerkschaft kam es am 18.10.2014 in der Stadthalle Idstein zu einem Generationen übergreifenden Ereignis: Walter Dittmar wurde von Vorstandsmitglied Simon Rottloff für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Dittmar und Rottloff wohnen beide in Wiesbaden-Kloppenheim. Während Dittmer auf ein engagiertes und arbeitsreiches Leben zurück blicken kann, gehört Rottloff zu der Generation jüngerer Gewerkschafter, die mit viel Tatkraft auch in der Politik noch etwas bewegen wollen. (Bilder und mehr unter News_aus_dem_Bezirksverband_und_der_Region

Walter Dittmar wird von Vorstandsmitglied Simon Rottloff für 60 Jahre Mitgliedschaft zur Bau-Gewerkschaft geehrt.

Illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit: Zoll wurde aktiv!

IG BAU Wiesbaden-Limburg: Neue Zahlen zu illegaler Beschäftigung in Region

Illegalen Beschäftigungspraktiken einen Riegel vorschieben: Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Wiesbaden-Limburg hat dazu aufgerufen, den Kampf gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in der Region weiter zu intensivieren. „Lohn-Dumping-Firmen und Betriebe, die Sozialabgaben nicht abführen oder Steuern hinterziehen, sind keine Einzelfälle. Insbesondere auf dem Bau und in der Gebäudereinigung gibt es immer wieder illegale Machenschaften“, sagt Karl-Heinz Michel.

Der Vorsitzende des IG BAU-Bezirksverbandes Wiesbaden-Limburg nennt hierzu neueste Zahlen für die Region: „Uns liegt eine aktuelle Halbjahres-Bilanz zur Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung vor:

Danach sind in den ersten sechs Monaten im Bereich der in unserem Bezirksverband zuständigen Hauptzollämter Gießen, Koblenz und Darmstadt insgesamt 8.035 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Insgesamt verhängten die Fahnder Bußgelder in Höhe von über 1,5 Millionen Euro.“
Die von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Gießen aufgedeckte Schadenssumme aus Strafverfahren habe bei rund 57,2 Millionen Euro gelegen.

Karl-Heinz Michel: „Die illegalen Machenschaften kosten Jobs. Zudem fließt enorm viel Geld an der Steuer vorbei. Von den Sozialabgaben, die unterschlagen werden, ganz zu schweigen. Dies trifft alle – über die Rentenkasse, die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.“ Tariftreue Unternehmen in der Region müssten genauso vor illegaler Dumping-lohnkonkurrenz geschützt werden wie Beschäftigte vor kriminellen Lohnpraktiken. „Deshalb ist auch eine stärkere Kontrolle von tariflichen Mindestlöhnen beispielsweise auf dem Bau, in der Gebäudereinigung und im Dachdeckerhandwerk notwendig. Lohndrückern muss das Handwerk gelegt werden“, so der IG BAU-Bezirksvorsitzende.

Nach Einschätzung des IG BAU-Gewerkschafters gibt es in der Region noch immer etliche Unternehmen, die sich nicht an die Mindestlöhne halten. Diese zahlten ihren Beschäftigten bewusst weniger, um billig an Aufträge zu kommen. „Um die ‚schwarzen Schafe’ zu überführen, muss es mehr Lohnprüfungen durch den Zoll geben. Der Fahndungsdruck muss größer werden. Gelegentliche Kontrollen reichen nicht aus“, so Michel. Hierfür müsse allerdings die Finanzkontrolle Schwarzarbeit personell besser ausgestattet werden.

Der IG BAU-Vorsitzende: „Es gibt in immer mehr Branchen Mindestlöhne. Um neben der Aufdeckung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung noch zusätzlich die Einhaltung dieser Lohnuntergrenzen flächendeckend kontrollieren zu können, braucht der Zoll dringend mehr ‚Manpower’.“ Eine wirksame Bekämpfung von Schwarzarbeit, illegaler Beschäftigung und kriminellem Lohndumping dürfe nicht an Personalmangel scheitern.

Die „schwarzen Schafe“ unter den Chefs ausfindig machen: „Wer Steuern hinterzieht, Sozialabgaben nicht bezahlt oder mit kriminellen Lohnpraktiken sein Geschäft betreibt, schadet der heimischen Wirtschaft“, sagt Karl-Heinz Michel. Der Vorsitzende der IG BAU Wiesbaden-Limburg fordert deshalb mehr Kontrolleure für den Zoll.

Mindestlohn-Kontrollen: Hauptzollämter leiten über 160 Verfahren ein!

IG BAU fordert mehr Personal für die Kontrollen auf Baustellen

Lohndrückern auf Baustellen im Bezirksverband das Handwerk legen: Die IG Bauen-Agrar-Umwelt Wiesbaden-Limburg will mehr Kontrollen von Mindestlöhnen. Dies sei insbesondere notwendig, um ehrliche Baubetriebe im Bezirksverband vor kriminellen Lohnpraktiken unseriöser Konkurrenzfirmen zu schützen. Anlass für die Forderung sind Ermittlungszahlen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit, die die Gewerkschaft jetzt vorgelegt hat. Sie zeigten, dass auf zahlreichen Baustellen in der Region noch immer der tarifliche Mindestlohn unterlaufen werde. „Im vergangenen Jahr haben die in unserem Bezirksverband zuständigen Hauptzollämter Koblenz, Gießen und Darmstadt in der gesamten Region über 4.300 Mindestlohn-Kontrollen auf dem Bau durchgeführt. Als Ergebnis wurden in 162 Fällen Ermittlungsverfahren eingeleitet“, sagt Karl-Heinz Michel.

Nach Einschätzung des Vorsitzenden vom IG BAU-Bezirksverband Wiesbaden-Limburg liegt die Dunkelziffer der Mindestlohn-Verstöße jedoch weitaus höher: „Wenn bei stichprobenartigen Kontrollen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in der Region schon dieses Ergebnis herauskommt, dürften die tatsächlichen Mindestlohn-Verstöße einen weitaus größeren Umfang haben.“

Aufgrund der jetzt veröffentlichten Zahlen haben die Hauptzollämter Koblenz, Gießen, Darmstadt in folgenden Kreisen massenhaft Verfahren wegen Verstößen gegen den tariflichen Mindestlohn im Baugewerbe eingeleitet:
 
Rhein-Lahn-Kreis 36 Verfahren
Westerwald-Kreis 36 Verfahren
Limburg-Weilburg 30 Verfahren
Rheingau-Taunus-Kreis 15 Verfahren
Stadt Wiesbaden 15 Verfahren


Diese Zahlen seien ein klares Indiz dafür, dass es immer noch etliche Unternehmen gebe, die sich bewusst nicht an die tariflichen Lohnuntergrenzen im Baugewerbe hielten. Michel: „Diese zahlen ihren Beschäftigten weniger, um billig an Aufträge zu kommen. Und das führt ganz klar zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung. Die Baubetriebe, die seriös und ehrlich arbeiten, sind die Leidtragenden dieser kriminellen Lohn-Praktiken.“

Um die „schwarzen Schafe“ auf den Baustellen zu überführen, müsse der Mindestlohn stärker und intensiver kontrolliert werden, so Michel. Nur gelegentliche Überprüfungen reichten nicht aus. „Dafür muss das Personal der Finanzkontrolle Schwarzarbeit aber deutlich aufgestockt werden. Mittlerweile gibt es in immer mehr Branchen Mindestlöhne. Da kommt der Zoll mit den Kontrollen einfach nicht mehr nach. Für die vielen neuen Mindestlöhne, die zu kontrollieren sind, ist die Finanzkontrolle Schwarzarbeit personell einfach nicht vorbereitet“, kritisiert der IG BAU-Bezirksvorsitzende. Hier sei dringend mehr „Manpower“ notwendig. Es dürfe nicht dazu kommen, dass durch Personalengpässe und zu wenig Kontrollen Tricksereien beim Lohn kalkulierbar würden.

Die IG BAU fordert mehr Personal für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Zoll. Nur so könnten die Kontrollen gegen Mindestlohn-Verstöße auf Baustellen in der Region verstärkt werden.
(Foto: IG BAU)

Jetzt Lohn-Check machen: Maurer verdient 95 Euro mehr!

In Wiesbaden gibt’s dickere Lohntüten für 2.370 Baubeschäftigte

Dickere Lohntüten für den Bau: Die mehr als 2.370 Baubeschäftigten in Wiesbaden bekommen mehr Geld. Der Lohn für Bauarbeiter steigt um 3,2 Prozent. Darauf hat die IG BAU Wiesbaden-Limburg hingewiesen. „Für einen Maurer bedeutet dies pro Monat fast 95 Euro mehr auf dem Konto. Dieses Lohn-Plus war bei der letzten Abrechnung zum ersten Mal fällig. Deshalb sollte jeder jetzt seinen Lohn-Check machen und kontrollieren, ob er die ab Mai geltende Lohnerhöhung auch tatsächlich bekommen hat“, sagt Stefan Heinemann. Für das IG BAU-Bezirksvorstandsmitglied ist aktuelle Tarifabschluss im Bauhauptgewerbe „ein voller Erfolg“.

Auch die Angestellten und die rund 90 Auszubildenden in den heimischen Bauunternehmen profitierten davon. „Wichtig ist, dass die, die auf dem Bau eine Ausbildung machen, auch eine Perspektive haben: Ab nächstem Jahr haben Azubis eine deutlich bessere Chance, übernommen zu werden“, sagt Heinemann. Die IG BAU habe sich für eine Übernahmeregelung stark gemacht. Damit setzte sich die Bau-Gewerkschaft in einem entscheidenden Punkt am Verhandlungstisch durch, um eine Ausbildung in den Bauberufen attraktiver zu machen.

Jeder Auszubildende hat künftig die Chance, auf eine unbefristete Übernahme. Der Chef muss dem Azubi vier Monate vor dem Ausbildungsende ein Signal geben, ob er ihn übernimmt. Tut er das nicht oder versäumt er die Frist, bedeutet das automatisch einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Wer übernommen werde, ist zudem sechs Monate vor einer betriebsbedingten Kündigung geschützt. „Mehr Geld und die Aussicht auf Weiterbeschäftigung – nur so kann die heimische Baubranche dem Fachkräftemangel auch etwas entgegensetzen“, so IG BAU Bezirksvorstands-mitglied Heinemann .

Rechstberatung: Erste Anlaufstelle IG BAU!

IG BAU Wiesbaden-Limburg war 470 Mal Anlaufstelle bei Streit im Job


Gewerkschaft hilft Beschäftigten aus Wiesbaden im „Paragrafen-Dschungel“: Kündigungen, verspätete oder sogar nicht gezahlte Löhne, vorenthaltenes Urlaubsgeld und unbezahlte Überstunden sind für die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt die „Klassiker“, wenn Arbeitnehmer mit ihren Chefs im Clinch liegen.

Ob auf dem Bau, im Dachdeckerhandwerk oder im Maler- und Lackiererhandwerk – für Beschäftigte aus Wiesbaden war die IG BAU Wiesbaden-Limburg im ver-gangenen Jahr wichtige Anlaufstelle, wenn es um das Recht im Job ging. So waren die Terminkalender der Rechtsberater des IG BAU-Bezirksverbandes randvoll: In mehr als 470 Fällen aus der gesamten Region bot die Gewerkschaft Hilfe in juristischen Fragen.

„Wer Ärger mit dem Chef hat, soll nicht auch noch tief in die Tasche greifen müssen, um zu seinem Recht zu kommen. Dafür gibt es den juristischen Service der IG BAU“, sagt Manfred Mahle. Der Stellvertretende Bezirksvorsitzende der IG BAU Wiesbaden-Limburg spricht von einem „Run“ auf die Rechtsberatung seiner Gewerkschaft. Es sei oftmals so, dass Chefs die Arbeitsbedingungen nur dann einhielten, wenn juristischer Druck käme. „Nach wie vor gibt es insbesondere in der Gebäudereinigung, auf dem Bau und im Dachdecker-Handwerk immer wieder Arbeitgeber, die glauben, ihre Arbeitnehmer nach ‚Gutsherrenart’ behandeln zu können“, so Mahle. Nicht selten versuchten Chefs, ihre Beschäftigten bei Streitigkeiten einzuschüchtern. Manfred Mahle „Spätestens in solchen Fällen ist der Gang zur Rechtsberatung dringend geboten.“

Termine für die Rechtsberatung können vereinbart werden:
IG BAU-Büro in Wiesbaden (Telefon: 06 11 – 8 70 23)
und Limburg (Telefon: 0 64 31 – 2 60 25).

IG BAU: Die helfen Dir!

    Wer Ärger mit dem Chef hat, sollte sich nicht einschüchtern lassen, sondern die Rechtsberatung bei der IG BAU aufsuchen", sagt Manfred Mahle, stellvertretender Vorsitzender der IG BAU Wiesbaden-Limburg