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IG BAU: Die tun etwas!

Unsere Termine (Stand 24.02.2017)

März 2017
 
03.03.2017, KV 2 Vorstandssitzung, IG BAU Büro Limburg,
06.03.2017, Sitzung Bezirksvorstand, IG BAU Büro Limburg
11.03.2017, Bezirksverbandstag, Stadthalle Idstein/Ts.
23.03.2017, KV 1 Vorstandsitzung, IG BAU Büro Wiesbaden

April 2017

06.04.2017, AK Senioren, Wanderung Kohlheck

Termine des DGB Wiesbaden-Rheingau-Taunus findet ihr unter:
http://frankfurt-rhein-main.dgb.de/sv-kv/wiesbaden-rheingau-taunus

Wir wollen soziale Gerechtigkeit!

Bezirksverbandstag 2017 in Idstein

„Wir sind froh, dass in der Gesellschaft endlich wieder über soziale Gerechtigkeit gesprochen wird!“ Diese Aussage von Dietmar Schäfers (Bundesvorstandsmitglied unserer Gewerkschaft) klang allen Delegierten des 16. ordentlichen Bezirksverbandstages noch lange in den Ohren.

Vorsitzender Karl-Heinz Michel hatte eingeladen und 50 Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Organen im Bezirksverband waren gekommen. Michel konnte auch eine Reihe von Gästen herzlich begrüßen; darunter auch der 1. Stadtrat von Idstein, Herr Hartmann. In seinem Grußwort hob er die Bedeutung der Stadt vom frühen Mittelalter bis heute hervor und machte die Delegierten auf die starke protestantische Bewegung in Idstein aufmerksam und auf das 200-jährige Jubiläum der Nassauischen Union 2017 aufmerksam.

Kollegin Elvira Werthmann stellte mit kurzen Worten das umfangreiche Leistungspaket von DEIN PLUS vor und übergab an den Kollegen Völker vom ACE.
In seinem Referat ging Kollege Schäfers auf die besondere Bedeutung der Sozialkassen in Wiesbaden ein. Gerade habe die IG BAU eine große Herausforderung gemeistert und durch viel Überzeugungsarbeit im Politikbetrieb in Berlin erreicht, dass das Verfahren der Sozialkassen „in trockenen Tüchern“ ist. In diesem Zusammenhang bedankte sich Schäfers auch für die Beteiligung an der virtuellen Postkartenaktion an die Bundes-tagsabgeordneten. Tausende von Mitgliedern haben ihre Abgeordneten auf die Gefährdung der allge-meinverbindlichen Tarifverträge in der Bauwirtschaft hingewiesen. Letztlich sei es gelungen, das SOKA-Sicherungsgesetz in Bundestag und Bundesrat zu verabschieden. „Jetzt muss nur noch der Bundespräsident das Gesetz unterschreiben“, so Schäfers.

Bei den anschießenden Wahlen folgenden die Delegierten den Vorschlägen des Vorstandes und wählten Karl-Heinz Michel wieder zum Vorsitzenden des Bezirksverbandes. Sein Stellvertreter wurde Thomas Dauenhauer. Beide vertreten den Bezirksverband im höchsten Organ der Gewerkschaft, dem Gewerkschaftsbeirat. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden Klaus Döring (Betriebsgruppe SOKA-BAU), Ralf Lauth (Forst), Heiko Oberthür (Gebäudereinigung), Stefan Heinemann (Kreisverband 1) gewählt. Der Vertreter die JUNGE BAU, Marc Mazura ergänzt den Vorstand; er wurde bereits auf der Bezirksjugendkonferenz gewählt.

Unser früherer Geschäftsführer Gernot Then schaffte es, dass am Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein die Delegierten noch verharrten: Er hatte sich besonders darauf vorbereitet, den Kollegen Manfred Mahle zu verabschieden. Mahle war seit 32 Jahren Mitglied des Bezirksvorstandes davon 25 Jahre lang Stellvertretender Vorsitzender. Während seiner langen Tätigkeit war er Delegierter zum Gewerkschaftstag, Beiratsmitglied und lange Jahre Mitglied des Landesvorstandes Hessen der IG BAU. Zuletzt gehörte er dem Regionalrat der Region Hessen an.

Die Kollegen aus dem Bezirksvorstand dankten Ihrem Kollegen mit einer besonderen Ehrenurkunde.

Die Beratungen waren sehr intensiv und die KollegInnen folgten aufmerksam den Vorträgen und Redebeiträgen.

Die Beratungen waren sehr intensiv und die KollegInnen folgten aufmerksam den Vorträgen und Redebeiträgen.

Dietmar Schäfers fordert: "...mehr soziale Gerechtigkeit!

In Idstein verabschiedet: Manfred Mahle.
Fotos: IG BAU

Fachkräfte-Krise in Wiesbaden?

5-Jahresvergleich der Handwerkskammer: Zahl der Gesellen-Prüfungen geht um 14 Prozent zurück

Das Handwerk hat goldenen Boden, heißt es. Aber gilt das auch noch in Zukunft?
Angesichts einer zunehmenden „Akademisierung“ hat die IG BAU vor einer Fachkräfte-Krise für Handwerksbetriebe in der Landeshauptstadt gewarnt. Die Gewerkschaft beruft sich dabei Zahlen der Handwerkskammer Wiesbaden: In deren Bereich legten im vorletzten Jahr lediglich rund 2.650 Auszubildende eine Abschlussprüfung ab – fünf Jahre zuvor waren es noch knapp 3.100. Das macht einen Rückgang von 14 Prozent. Der „Gesellen-Schwund“ ist dabei ein landesweites Phänomen: Zwischen 2010 und 2015 sank die Zahl der Gesellen-Prüfungen in Hessen um 15 Prozent.

Die IG BAU Wiesbaden-Limburg spricht von einem „besorgniserregenden Trend“.
„Immer mehr Schulabgänger gehen lieber an die Uni statt in einen Handwerksbetrieb“,
sagt Bezirkschef Karl-Heinz Michel. Dabei biete etwa die Baubranche in Wiesbaden
gute Verdienstmöglichkeiten und eine lange „Karriere-Leiter“. Per Aufstiegsfortbildung
könne man es bis zum Geprüften Polier oder Bauleiter bringen – und dann sogar mehr
verdienen als viele Architekten. „Sei schlau, geh zum Bau – dieser Tipp gilt nach wie
vor“, so Michel.

Handwerksberufe auf dem Bau bangen um ihren Nachwuchs. Die IG BAU fordert die Arbeitgeber aus, die Baubranche attraktiver zu machen.
Foto: IG BAU

HessenForst: Gute Arbeit gibt's nicht zum Nulltarif!

24.02.2017
"Heute streiken die Waldarbeiter und Förster" - schallt es durch Hessens eher beschauliche Landeshauptstadt Wiesbaden. "Eins, zwei, drei, vier, gerechten Lohn fordern wir! Fünf, sechs, sieben, acht - deshalb wird Radau gemacht. Gute Arbeit, guter Lohn! Was ihr uns bietet, ist ein Hohn! Wir sind hier – wir sind laut, weil ihr uns die Kohle klaut." Der Demonstrationszug ist unterwegs zum hessischen Umweltministerium.

In Hessen hat die Tarif- und Besoldungsrunde für die rund 2.150 Beschäftigten und Auszubildenden beim Landesbetrieb HessenForst mit der Tarifverhandlung am 27. Januar begonnen. Bereits an diesem Tag haben die Vorstände der Regionalfachgruppe Forstwirtschaft und der Landesvertretung Beamtinnen/Beamte und Angestellte in Forst und Naturschutz vor dem Innenministerium ihre IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) bei der Durchsetzung der Forderungen unterstützt. Die Verhandlung endete ohne ein Angebot.

Mit dem eintägigen Warnstreik am 8. Februar sollte den Forderungen Nachdruck verliehen werden. Die Gewerkschaften (ver.di, GEW, GdP und IG BAU) riefen zu einem ganztägigen Warnstreik auf und trafen sich dazu in Wiesbaden. Die meisten der 250 Teilnehmer der IG BAU kamen mit den bereitgestellten Bussen zunächst zum Treffpunkt, dem IG BAU-Mitgliederbüro in der Salierstraße 25. Dort wurden sie begrüßt und tauschten sich aus. Von dort ging es nach der Anmeldung weiter, ausgestattet mit aufgetankten Motorsägen, Fahnen, Bannern, Tröten, Trillerpfeifen und Lunchpaketen zum Umweltministerium.

Bei der Kundgebung vorm Eingang sprachen unter anderem Forstwirtschaftsmeister Martin Blackert , Auszubildende Selina Flor, Regionalfachgruppenvorsitzender Harry Trube und die Vorsitzende der Landesvertretung, Claudia Mävers. Die Ministerin Priska Hinz antwortete in einer kurzen Ansprache. Sie zeigte Verständnis für die Forderungen und sagte Unterstützung zu. Sie erhielt als Gaben der IG BAU mehrere Stammscheiben – vor Ort geschnitten und beschriftet – mit den Forderungen der IG BAU überreicht.

Auf der gemeinsamen Kundgebung vorm Bahnhof und in Sichtweite des Innenministeriums stellten die Redner der beteiligten Gewerkschaften ihre Situation und Forderungen dar. Mit dem lautstarken Umzug durch die Wiesbadener Innenstadt wurde die Öffentlichkeit über die Lautsprecherdurchsagen auf die Forderungen unserer Kolleginnen und Kollegen aufmerksam gemacht.

IG BAU - die tun was!
Ein Beitrag unseres Kollegen Hartmut Brügel in den "Forstlichen Mitteilungen", Ausgabe 3/2017.

Gaben der IG BAU an die Ministerin: 6 Prozent mehr Geld, 3 Euro Fahrtkostenersatz pro Tag.
Foto Hartmut Brügel

Auch in anderen Bundesländern streiken die Kolleginnen und Kollegen aus den öffentlichen Dienst. Hier ein Bild aus Jena (Thüringen).
Foto: IG BAU

Nein zur BAB-Privatisierung: Keine „Heuschrecken-Autobahn“

Appell an die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus Wiesbaden

Profit mit der Autobahn? Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat vor einer schleichenden Privatisierung der heimischen Autobahnen gewarnt. Bundes- und Landtagsabgeordnete aus Wiesbaden sollten sich jetzt in Berlin gegen entsprechende Pläne starkmachen, fordert die Gewerkschaft. „Die Autobahn gehört zur öffentlichen Infrastruktur und darf auf keinen Fall den Gewinninteressen einzelner untergeordnet werden“, sagt IG BAUBezirksvorsitzender
Karl-Heinz Michel. Allein in Hessen stehe langfristig die Zukunft von rund 1.000 Autobahn-
Kilometern auf dem Spiel. „Kein einziger davon darf privatisiert werden. Privat-Autobahnen
wären eine Milchmädchenrechnung zulasten der Autofahrer und Steuerzahler“, so Michel.

Zum Hintergrund: Im Dezember hatte das Kabinett die Gründung einer "Infrastruktur-
gesellschaft“ beschlossen, die künftig die Bundesautobahnen (BAB) bauen, planen und
betreiben soll. Geplant ist zwar der Verbleib der GmbH in Staatseigentum. Durch so-
genannte „Public-private-Partnerships“ ist der Bau und Betrieb zahlreicher Streckenab-
schnitte in privater Hand jedoch weiterhin möglich, so die IG BAU Wiesbaden-Limburg
.Die Gewerkschaft befürchtet eine fortschreitende „Privatisierung durch die Hintertür“
und warnt vor einer „Heuschrecken-BAB“. Per Maut könnten Investoren die Autofahrer
kräftig zur Kasse bitten.

Im März soll die „Infrastrukturgesellschaft“ zusammen mit einem Gesetzespaket zu den
Bund-Länder-Finanzen endgültig beschlossen werden. Dafür ist jedoch eine Zweidrittel-
mehrheit in Bundestag und Bundesrat nötig. Michel: „Abgeordnete auch aus Wiesbaden
haben jetzt die Chance, gegen die Pläne zu stimmen. Das wäre nicht nur gut für die
Autofahrer, sondern auch im Interesse der Beschäftigten am Bau.“

Bauarbeiter seien besonders häufig auf Autobahnen unterwegs. Eine Nutzungsgebühr
träfe gerade auch sie hart. Außerdem sieht der Gewerkschafter eine Gefahr für die
Arbeitsbedingungen im Straßenbau. „Wenn Privatbetreiber Autobahnen bauen, dann
könnten sie die Standards der öffentlichen Vergabe umgehen – auf Kosten der Qualität,
der Löhne und des Arbeitsschutzes.“

Bund und Länder dürften dies nicht zulassen und sollten aus Privatisierungsfehlern der
Vergangenheit lernen. So ließen sich die „Öffentlich-privaten-Partnerschaften“ gesetzlich
ausschließen. „Es darf keinen Meter Investor-Asphalt geben“, fordert IG BAU-Bezirkschef
Michel. Insbesondere Banken und Versicherungen müsse der Zugriff auf die Autobahn
verwehrt bleiben. „Wer den Bürgern erst die Finanzkrise einbrockt, darf danach nicht seinen
Reibach mit deutschen Straßen machen.“

Teuer könnte es für Autofahrer werden, sollte es zu einer Privatisierung der Autobahnen kommen. Privatbetreiber dürften keinen Zugriff auf die bundesweit knapp 13.000 Autobahn Kilometer haben, fordert die IG BAU.

"...Insbesondere Banken und Versicherungen muss der Zugriff auf die Autobahn verwehrt bleiben. „Wer den Bürgern erst die Finanzkrise einbrockt, darf danach nicht seinen Reibach mit deutschen Straßen machen", so Karl-Herinz Michel.

Fotos: IG BAU

Sozialkassenverfahren gesichert!

Parteiübergreifende Zustimmung im Bundestag

Frankfurt am Main, 27.01.2017
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) begrüßt die Sicherung der Sozialkassenverfahren im Baugewerbe. Alle im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen haben gestern Abend einem Gesetzesentwurf der Regierungsfraktionen zugestimmt. Das Gesetz stellt nunmehr klar, dass sich sämtliche Betriebe der Baubranche auch in der Vergangenheit an den Sozialkassenverfahren zu beteiligen hatten.

„Der Bundestag hat mit seiner Entscheidung hohes Verantwortungsbewusstsein bewiesen und gezeigt, dass das Parlament die Nöte und Bedürfnisse von Arbeitern im Blick behält“, sagte unser Bundesvorsitzender Robert Feiger. Die abschließenmde Beratung findet am 10. Februrar 2017 im Bundesrat statt.

„Die parteiübergreifende Zustimmung aller Bundestagsfraktionen ist keine Selbst-verständlichkeit. Dieser enorme Rückhalt belegt die überragende Bedeutung der Sozialkassenverfahren, die sich seit Jahrzehnten bewährt haben. Sie sichern für rund 1,2 Millionen Menschen Altersversorgungsansprüche, Urlaubsansprüche und das Ausbildungssystem in der deutschen Bauwirtschaft.“

Die Sozialkassen der Bauwirtschaft sind gemeinnützige Einrichtungen der IG BAU sowie der Arbeitgeberverbände HDB und ZDB. Die Sozialpartner regeln die Verfahren mittels Tarifverträgen. Bauarbeiter erhalten so Ansprüche etwa auf eine zusätzliche Rente oder Urlaubsansprüche. Betriebe werden bei der Ausbildung finanziell unterstützt. Diese Leistungen werden über Umlagen aller Betriebe der Branche finanziert. Grundlage hierfür ist die Allgemeinverbindlichkeit der entsprechenden Tarifverträge.

Durch Beschlüsse des Bundesarbeitsgerichts im Herbst 2016 war aber die Allgemein-verbindlichkeit aus formalen Gründen für unwirksam erklärt worden. In der Folge mussten die Sozialkassen des Baugewerbes damit rechnen, mit etwaig bestehenden Rück-zahlungsforderungen überzogen zu werden, was die Existenz der Sozialkassen gefährdete. Die Nachteile für die Beschäftigten, aber auch für die Betriebe und für den geordneten Wettbewerb der Branche wären dadurch unabsehbar geworden.


„Der Bundestag hat mit seiner Entscheidung hohes Verantwortungsbewusstsein bewiesen und gezeigt, dass das Parlament die Nöte und Bedürfnisse von Arbeitern im Blick behält“, so Robert Feiger, Bundesvorsitzender unserer Gewerkschaft

Foto: IG BAU

In Wiesbaden ist die Altersarmut weiblich

IG BAU warnt vor steigender Altersarmut für Frauen

Unsichere Jobs sind meist Frauensache: In Wiesbaden arbeiteten Ende letzten Jahres knapp 43.000 Frauen in Teilzeit, Mini-Job oder Leiharbeit. Damit machten sie 68 Prozent der „atypischen Beschäftigung“ aus, wie eine gleichnamige Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. In ganz Hessen waren demnach 886.000 Frauen atypisch beschäftigt. Die Ig BAU warnt zugleich vor einer zunehmenden Altersarmut für Frauen: „Prekäre Jobs führen zu niedrigeren Rentenansprüchen.“ Dabei seien Zeiten der Schwangerschaft oder Kindererziehung noch nicht einmal berücksichtigt.
„Wenn Politik und Wirtschaft nichts unternehmen, dann werden Frauen bei der Rente immer öfter zu Verliererinnen“, sagt Stefan Heinmann, Vorsitzender des Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus. Besonders besorgniserregend sei der Trend, dass Teilzeit immer mehr zum Normalarbeitsverhältnis für Frauen werde. So gab es nach Angaben der Böckler-Studie in Wiesbaden zuletzt rund 26.800 Teilzeit-Arbeiterinnen – 37 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Demgegenüber haben Ende letzten Jahres nur rund 7.900 Männer in Teilzeit gearbeitet. Außerdem waren mit insgesamt 16.000 Mini- Jobberinnen 60 Prozent aller geringfügig Beschäftigten in der Stadt weiblich.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendebatte fordert die IG BAU, die Situation der Frauen stärker in den Blick zu nehmen. „Gerade in der Gebäudereinigung, im Gartenbau und in der Floristik bekommen sie kaum Vollzeitstellen, sondern Teilzeit-oder Mini-Jobs. Die Folge ist, dass Frauen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen müssen“, so Gewerkschafter Heinemann, Taunus. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.
 
„Die Folge davon ist eine weiter zunehmende Altersarmut bei Frauen“, ist Stefan Heinmann sicher. Unternehmen und Politik müssten deshalb gleichermaßen gegensteuern. „Statt Frauen nur für wenige Wochenstunden einzustellen, sollten Firmen vollwertige Jobs schaffen – für Frauen und Männer“. Weniger zu arbeiten, müsse eine individuelle Entscheidung sein und kein Zwang. Für Reinigungskräfte sei Vollzeit mittlerweile fast eine Seltenheit, obwohl sich das viele Beschäftigte wünschten.

Eine zentrale Voraussetzung für höhere Renten sei natürlich die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, so der Gewerkschafter. Mittlerweile habe die Politik die Bedeutung von „Equal Pay“ erkannt und ein Lohngerechtigkeitsgesetz auf den Weg gebracht. Heinmann spricht von einem „Schritt in die richtige Richtung“, kritisiert jedoch, dass Beschäftigte erst in Betrieben ab 200 Mitarbeitern einen Auskunftsanspruch über die Bezahlung der Belegschaft haben. Damit greife das geplante Gesetz nur in Teilen des Handwerks und der Reinigungsbranche.

Eine entscheidende Maßnahme wäre es, so die IG BAU, Phasen der Erwerbslosigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung aufzuwerten. Stefan Heinemann: „Zeiten der Schwangerschaft und Erziehung müssen endlich anerkannt werden – zum Beispiel durch Extra-Rentenpunkte“.

Frauen müssen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen", so Gewerkschafter Heinemann. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.
Foto: IG BAU

Höherer Mindestlohn in der Gebäudereinigung ab Januar

12.950 Reinigungskräfte im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg knacken 10-Euro-Marke

Höherer Mindestlohn in der Gebäudereinigung ab Januar

10-Euro-Grenze geknackt: Alle rund 1.120 Reinigungskräfte im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg verdienen erstmals zweistellig. Ab diesem Monat steigt der tarifliche Mindestlohn in der Gebäudereinigung auf genau zehn Euro pro Stunde – 20 Cent mehr als bisher. Glas- und Fassadenreiniger gehen mit mindestens 13,25 Euro nach Hause.

Die IG BAU Wiesbaden-Limburg spricht von einem „überfälligen Schritt“: „Die Zehn vor dem Komma steht dafür, dass die harte Arbeit in der Reinigung endlich stärker wert-geschätzt wird“, betont Bezirksvorstandsmitglied Heiko Oberthür. Dabei müssen sich alle Firmen an die neue Untergrenze halten. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft hatte sich seit Jahren für die 10-Euro-Marke stark gemacht und diese in der letzten Tarifrunde durchgesetzt.

„Jetzt sollten die Beschäftigten prüfen, ob mit der ersten Lohnabrechnung im neuen Jahr auch wirklich mehr Geld auf dem Konto ist“, rät Oberthür. Wer beim Lohn-Plus leer ausgehe oder Fragen zum neuen Tarifvertrag habe, solle sich an die IG BAU-Büros in Wiesbaden (Telefon: 06 11 – 8 70 23) und Limburg (Telefon: 0 64 31 – 2 60 25) wenden.

Gute Aussichten für heimische Reinigungskräfte: Ab sofort verdienen Gebäudereinigerinnen
mindestens zehn Euro pro Stunde, so die IG BAU. Mitarbeiter in der Außenreinigung kommen
jetzt auf einen Mindest-Stundenlohn von 13,25 Euro.
Foto IG BAU

Bezirksverband Wiesbaden-Limburg: Nur 222 Bauarbeiter schaffen es bis zum Rentenalter

IG BAU: Flexible Übergänge für Beschäftigte im Handwerk!

Wenn der Körper nicht mehr mitspielt: Von den rund 10.570 Bauarbeitern im Bezirks
verband Wiesbaden-Limburg sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur gerade
einmal 222 Beschäftigte zwischen 63 und 65 Jahre alt. Ähnlich sieht es bei den über
60-Jährigen aus: In dieser Altersgruppe zählt die Baubranche nur 537 Beschäftigte, wie die IG
Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Für die IG BAU Wiesbaden-Limburg sprechen die Zahlen
eine klare Sprache: „Nur die wenigsten Bauarbeiter halten körperlich bis zum
Rentenalter durch. Für sie gibt es heute nur ein Hop oder Top – entweder volles
Arbeitsprogramm oder raus aus dem Job. Das kann es aber nicht sein“, kritisiert
Bezirksvorstandsmitglied Manfred Mahle. Für Beschäftigte im Handwerk müsse es flexible
Übergänge in die Rente geben – ohne frühzeitig aus dem Betrieb auszuscheiden.
Die derzeit von der Bundesregierung geplante „Flexi-Rente“ sei dabei keine Lösung.
„Der Gesetzentwurf konzentriert sich auf höhere Zuverdienst-Grenzen bei einer
Teilrente. Außerdem soll das Arbeiten über das Rentenalter hinaus einfacher werden.
Davon haben aber die Beschäftigten auf dem Bau nichts“, sagt Mahle. Ab 55 oder 60
Jahren im alten Job voll weiterzuarbeiten, sei für die meisten von ihnen die „reinste
Utopie“.

Stattdessen plädiert die IG BAU für ein „Alters-Flexi“, das besonders Beschäftigten im
Handwerk zugutekäme. Das Modell sieht eine Art Kurzarbeitergeld im Alter vor, wenn
wegen Gesundheitsproblemen eine Kündigung droht. Manfred Mahle: „Wer als
Maurer oder Straßenbauer irgendwann nicht mehr volle 40 Stunden schafft, der sollte
die Möglichkeit bekommen, zum Beispiel auch mit 15 Wochenstunden in der Firma zu
bleiben. Für die fehlenden 25 Stunden würde er von der Arbeitsagentur
Kurzarbeitergeld bekommen.“ Der Staat müsse hier die nötigen finanziellen Mittel
bereitstellen. Angesichts der guten Haushaltslage des Bundes gebe es dafür genug
Spielraum.

Das „Alters-Flexi“ soll nach dem Vorschlag der IG BAU bereits ab 58 Jahren greifen.
Damit bliebe den Beschäftigten der Gang zum Amt kurz vor der Rente erspart. Denn bei
der derzeitigen Regelung seien viele Bauarbeiter auf „Alters-Hartz-IV“ angewiesen –
„und das, obwohl sie Jahrzehnte hart geschuftet haben“, so Mahle.

Für die Bauwirtschaft im Rheingau-Taunus-Kreis sei das frühe Ausscheiden erfahrener
Mitarbeiter zudem oft ein großer Verlust. „Mit flexiblen Übergängen ist nicht nur den
Bauleuten geholfen, sondern auch den Betrieben“, ist sich der Bezirksvize sicher.
So könnten ältere Beschäftigte ihr Fachwissen an den Nachwuchs weitergeben.
Darüber hinaus setzt sich die IG BAU zusammen mit dem DGB für eine Stärkung der
gesetzlichen Rente ein. Vor der nächsten Bundestagswahl komme es darauf an, einen
„Kurswechsel“ in der Rentenpolitik herbeizuführen, fordert der Gewerkschafter:
„Altersarmut dürfen wir uns nicht erlauben. In den Handwerksberufen heißt das, eine
faire Regelung für die zu finden, die körperlich nicht mehr können.“
Dabei solle sich die Politik ruhig am vielzitierten Dachdecker orientieren, sagt Mahle.
So haben zum Beispiel von den rund 320 Dachdeckern im Rheingau-Taunus-Kreis
zuletzt gerade einmal fünf über das 63. Lebensjahr hinaus im Job.

Harte Arbeiten – wie hier mit dem Rüttler – sind für viele Bauarbeiter im Alter nicht mehr drin, sagt die IG BAU. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Branche flexible Übergänge in die Rente. – Bei Knochenjobs: „Alters-Flexi“.

„Altersarmut dürfen wir uns nicht erlauben. In den Handwerksberufen heißt das, eine faire Regelung für die zu finden, die körperlich nicht mehr können,“ so Manfred Mahle, Vorstandsmitglied der IG BAU Bezirkserband Wiesbaden-Limburg

Rechtsberater im letzten Jahr 500 Mal aktiv

Arbeitnehmern in Wiesbaden zu gutem Recht verholfen

„Paragraphen-Lotsen“ der Gewerkschaft stark gefragt: Bei Streitigkeiten mit Chefs oder Behörden haben die Rechtsberater der IG BAU Wiesbaden-Limburg 2014 in 510 Fällen Rat und Unterstützung gewährt. Das Spektrum der juristischen Unterstützung für die Beschäftigten aus Wiesbaden und der Region war dabei äußerst vielfältig. Es reichte nach Angaben der Gewerkschaft von Fragen zu Abmahnungen, Kündigungen oder Zeugnisformulierungen über verspätet oder gar nicht gezahlte Löhne und vorenthaltenem Urlaubsgeld bis zu fehlerhaften Hartz-IV-Bescheiden. Zusätzlich sorgten Fragen zu Rentenberechnungen, Krankenkassenleistungen und zur Unfallversicherung für volle Terminkalender der Rechtsberater.

„Gerade auf dem Bau, bei Dachdeckern, Malern- und Lackierern, ebenso im Gerüstbau oder der Baustoffindustrie steckt viel Konfliktpotenzial. Auch in der Gebäudereinigung sowie bei den Floristen und im Garten- und Landschaftsbau gibt es immer wieder rechtliche Probleme, bei denen wir den Kollegen helfen können“, sagt Thomas Dauenhauer. Mit Arbeitnehmerrechten werde hier oft „sehr kreativ umgegangen“, beschreibt das Vorstandsmitglied der IG BAU Wiesbaden-Limburg die „mitunter sehr dreisten Versuche der Chefs, sich an Recht und Gesetz vorbeizumogeln.“ Da sei sachkundige Unterstützung der Beschäftigten oft dringend nötig. „Aber auch beim Versuch, sich im Umgang mit Behörden im Paragrafen-Dschungel zurechtzufinden, bieten die Berater oft unverzichtbare Orientierungshilfe. Nur so können Ratsuchende das bekommen, was ihnen dem Gesetz nach zusteht“, so Dauenhauer.

Termine für die Rechtsberatung können vereinbart werden in den IG BAU-Büros in Wiesbaden (Telefon: 06 11 – 8 70 23) und Limburg (Telefon: 0 64 31 – 2 60 25).

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http://www.igbau.de/Binaries/Binary10077/FB_Rechtsschutz_03_2010.pdf

Gibt Bauarbeitern, Malern oder Gebäudereinigerinnen Orientierung im Paragrafen-Dschungel: die Rechtsberatung der IG BAU Wiesbaden-Limburg.
Foto: IG BAU

Mitgliederservice-Büros: Wir sind für unsere Mitglieder da!

Mitgliederbüro Wiesbaden

Telefon: 0611/87023
Fax: 0611/87058
E-Mail: wiesbadenE-Mail-Adresseigbau.de
Salierstraße 25
65189 Wiesbaden

Sprechzeiten:

Montag, Dienstag und Mittwoch: 8.30h-12.30h und 13.30h-16.30h

Donnerstag: 8.30h-12.30h und 13.30h-18.00h

Freitag: 8.00h-13.00h
Mitgliederbüro Limburg

Tel.: 06431/26025
Fax.: 06431/27967
E-Mail: limburgE-Mail-Adresseigbau.de
Westerwaldstr. 111
65549 Limburg

Sprechzeiten:

Dienstag und Mittwoch: 8.30h-12.30h und 13.30h-16.30h



Freitag: 8.00h-13.00h